Heute machen wir uns auf die erste Etappe des Peaks of the Balkans,
einem rund 190 km langen Fernwanderweg im Länderdreieck Albanien,
Kosovo und Montenegro. Angereist sind wir aus Tirana, wobei wir in
Shkodër auf einem lokalen Camping (Shkodra Lake Resort) noch eine
Nacht am Anreisetag miteingeplant haben. Von dort aus bringt uns am
nächsten Morgen ein Bus um 07:15 Uhr nach Theth, sodass wir nach rund
zwei Stunden am Ausgangspunkt unserer Fernwanderung eintreffen. Die
Busfahrt führt über den Pass Qafa e Thorës, wo wir bereits erste
Blicke in die albanischen Berge erhaschen und gleichzeitig unsere
These bestätigt wird, dass es um diese Jahreszeit noch relativ viel
Schnee in den Bergen haben wird. Besonders in Albanien und Kosovo geht
ein überdurchschnittlich schneereicher Winter unserer Tour voran.
Der Einstig in den Peaks of the Balkans ab Theth (728 m) beginnt mit
einem steilen ersten Aufstieg zum Valbona Pass (1759 m). Zugleich ist
dieser Teil des Treks wohl auch einer der meistbesuchten Abschnitte,
weil viele Touristenmassen nach Theth strömen. Aus unserer
Tourenplanung wissen wir, dass der Valbona Pass auf dem Abstieg ins
Valbona eine der heikelsten Stellen des Treks sein wird, wenn dort
noch Altschneefelder anzutreffen sind. Bei unserer Planung sind wir
deshalb auf eine Winterroute gestossen, welche weniger steil sein soll
als die Sommerroute. In den letzten Jahren haben sich einige tödliche
Unfälle beim Abstieg ins Valbona ereignet, da die Sommerroute durch
ein ausgesetztes Felsband führt.
Oben auf dem Valbona Pass angekommen machen wir zuerst einmal eine
Pause. Bislang können wir keine Leute beobachten, welche vom Valbona
aufsteigen. Etwas später machen wir uns an den Abstieg und stellen
fest, dass die Winterroute sogar markiert wurde. Somit sind die
nächsten Abschnitte auf dem Trail kein Problem und wir können die
heikle Stelle problemlos umgehen, indem wir den Markierungen folgen.
Nach wenigen hundert Metern Abstieg sind wir bereits aus den
Schneefeldern hinaus, und der weitere Verlauf der Route bis ins
Valbona zieht sich in die Länge. In Valbona selbst machen wir eine
kleine Pause und ich erhalte noch die Gelegenheit, meine auf dem
Campingplatz vergessene Sonnenbrille zu erstezen.
Am späteren Nachmittag laufen wir noch ein weiteres Stück unserer Tour, indem wir nochmals einige hundert Meter von Valbona hinauf zum nächsten Pass Qafa e Prosllopit wandern. die umliegende Berglandschaft wirkt schroff und mächtig. Während des Aufstiegs stellen wir fest, dass die eingezeichneten Bäche in wirklichkeit trockene Steinrinnen sind. Die Suche nach Wasser erweist sich als eine Herausforderung, allerdings können wir mit etwas Glück und Erkundungsgeschick eine Quelle finden. Etwa eine Gehstunde vom Qafa e Prosllopit entfernt stellen wir unser Zelt auf und geniessen die Abendstimmung in den Bergen.