Kurze, aber sehr lohnenswerte Tour auf den Piz Spadla (2'912 m) sowie
Fil Spadla (2'936 m). Die beiden Gipfel erklimme ich zum ersten Mal,
das Gebiet rund um Scuol und Sent ist mir aber einigermassen vom
Skitouren bekannt. Letzten Winter habe ich den Piz Spadla als Skitour
ins Auge gefasst, aufgrund den angespannten Lawinenverhältnissen die
Idee dann aber wieder relativ schnell verworfen – stattdessen führte
die Skitour damals auf den Mot da Set Mezdis (2'155 m).
Der Herbst hat in den höheren Lagen im Engadin bereits seinen Einzug
gefunden, das Wetter präsentiert sich aber nach wie vor sehr
sommerlich, als ich von Sent aus los marschiere. Zuerst steige ich
über den grossen Grashang oberhalb von Sent hinauf bis zur Alp Telf.
Von dort aus folge ich alles relativ unspektakulär der Forststrasse,
bis ich kurz vor der Alp Spadla dann in einen schmalen Wanderweg
abzweige. Dieser führt im Zick Zack hinauf zu den Lawinenverbauungen
auf einen Zwischengipfel (2'654 m), von welchem man in der Ferne den
Ortler und die Berninagruppe erkennen kann. Auch eröffnet sich ein
schöner Anblick ins Val d’Uina, wo ich vor einigen Jahren eine meiner
ersten Zelttouren gemacht habe.
Von dem Zwischengipfel beginnt dann bereits der Aufstieg über einen
Rücken zum Piz Spadla, welchen ich in relativ kurzer Zeit erreiche.
Die heiklen Stellen am Schluss des Aufstiegs sind mit Ketten
gesichert. Der Grat hinüber zum Fil Spadla wirkt aus der Ferne
dramatischer, als er eigentlich ist - wodurch die Überschreitung vom
Piz Spadla zum Fil Spadla keine Schwierigkeit ist. Der Rückweg nach
Sent erfolgt auf derselben Route wie der Aufstieg.