Etwas vor 7 Uhr in der Früh laufen wir bereits los in die heutige
Etappe. Unser Ziel ist es, den Peje Pass zu erreichen, welcher der
letzte Pass vor Theth und somit der letzte Pass unserer Tour auf dem
Peaks of the Balkans sein wird. Um dorthin zu gelangen, müssen wir von
Plav aus rund 30 km wandern und etwas mehr als 2'000 Höhenmeter
zurücklegen.
Als erstes marschieren wir auf den Bajrak, den Hausberg von Plav.
Während des Aufstiegs präsentiert sich Plav mit seinem kleinen See
nochmals von seiner besten Seite. Auf dem Gipfel des Bajrak werden wir
bereits früh in der heutigen Etappe mit besten Aussichten belohnt.
Denn vor uns präsentiert sich der Prosllopit Pass nochmals in seiner
voller Mächtigkeit. Es handelt sich dabei um jenen Pass, welchen wir
am zweiten Tag unserer Tour bei viel Schnee überquert haben.
Eindrücklich zu sehen, was für Gelände wir bezwungen haben.
Etwas später steigen wir hinunter zur Siedlung Vusanje, welche sich am Ende des Ropojana Tals befindet. Dort machen wir einen längeren Rast, da wir heute bereits viele Kilomenter und Höhenmeter in den Beinen gesammelt haben. Wir stärken uns mit ein paar Dosen Cola und besprechen den weiteren Routenverlauf bis zum Peje Pass. Auf der folgenden Route durchqueren wir das ganze Ropojana Tal, welches landschaftlich zu einem der schönsten Streckenabschnitte auf dem Peaks of the Balkans gezählt werden kann - und mir persönlich am besten gefallen hatte.
Das Ropojana Tal zieht sich in die Länge, und wir laufen stufenweise
über mehrere Plateaus zum Peje Pass hoch. Während am Anfang des Tals
noch reichlich Wasser vorhanden war, sind die Seen und Bäche mit
zunehmender Höhe ausgetrocknet. Auch hier sind wir lange der Sonne und
der Anstrengung des Wanderns ausgesetzt, bevor wir einige Zeit später
endlich auf eine Wasserquelle treffen. Das Ganze ist nur halb so
schlimm, weil das Tal landschaftlich unglaublich beeindruckend ist und
uns immer wieder vom Durst ablenkt.
Gegen Abend erreichen wir den Schlussanstieg zum Peje Pass, wo wir das
letzte Schneefeld auf dem Peaks of the Balkans überqueren müssen. Als
Endgegner präsentiert sich dieses nochmals besonders steil. Danach
erreichen wir den Pass und das Bergpanorama überwältigt uns einmal
mehr. Diese Aussicht kombiniert mit dem Gefühl, dass wir den Peaks of
the Balkans faktisch abgeschlossen haben, überwältigt uns und ist wohl
einer der Hauptgründe, weshalb wir immer wieder auf solche Touren
gehen. Wir bleiben noch bis zu Einbruch der Dunkelheit wach und
geniessen den Abend in Einsamkeit auf dem Peje Pass.