Der heutige Tag in Drelaj beginnt unspektakulär, denn die ersten knapp
zwei Stunden folgen wir einer Asphaltstrasse bis zum Restaurant "Guri
i Kuq". Dort stärken wir uns mit einem kleinen Frühstück und sind
begeistert von dem selbstgebackenem Brot des Restaurants. Nach dem
Frühstück bittet uns der Wirt noch, ob wir ihm ein paar Bilder vom
Pass nach Montenegro schicken können, weil sich Touristen immer wieder
nach der aktuellen Schneesituation bei ihm erkundigen. Wir tauschen
die Nummern aus und ich sage ihm, dass ich mich melden werde.
Danach beginnt für uns der Aufstieg zum Qafa e Jelenkut, einem
weiteren Pass, den es auf dem Peaks of the Balkans zu überqueren gilt.
Wenig überraschend stochern wir auch heute wieder die letzte Stunde
des Aufstiegs im Schnee herum. Auf der Passhöhe kommt eine düstere
Wetterfront auf uns zu, weshalb wir nicht all zu viel Zeit für eine
Pause verplämpeln. Nach dem Abstieg von der Passhöhe folgen wir einem
langen, breiten Rücken der uns an die Grenze zu Montenegro bringt. Auf
dem Rücken laufen wir ungefähr zwei Stunden - der Grossteil davon im
Schnee. Links von uns befindet sich der Roshkodol Pass, den wir
vorgestern überschritten haben.
Am Ende des Rückens erreichen wir einen weiteren Gipfel und inzwischen
hat uns die Schlechtwetterfront eingeholt. Starkregen setzt ein und
ein Gewitter zieht über uns her. Mangels Schutzoptionen laufen wir
zügig weiter dem Abstieg entlang nach Montenegro. Unsere Schuhe sind
richtig durchnässt, weshalb wir beschliessen, in einem lokalen
Gasthaus zu übernachten. Dadurch können wir in Ruhe all unsere
Kleidungsstücke trocknen und die Schuhe vor den warmen Ofen legen. Ich
finde genügend Zeit, dem Wirt von heute Morgen eine Dokumentation
unserer - einmal mehr - schneereichen Tour zu schicken.