Die Glattalp oberhalb vom Bisisthal im Kanton Schwyz gilt inoffiziell
als einer der kältesten Orte in der Schweiz. So soll am 7. Februar
1991 eine Temperatur von -52.5 °C gemessen worden sein. Die Gegend
liegt in einer geschlossenen Karstmulde ohne natürlichen Wasser- oder
Luftabfluss – was bei Windstille die Bildung von Kaltluftseen stark
begünstigen soll.
Bei unserer heutigen Tour auf den Ortstock (2'716 m) herrschen aber
bei weitem nicht solch kalte Bedingungen vor. Das haben sich wohl auch
die vielen anderen Personen gedacht, welche heute mit der Seilbahn
hoch zur Glattalp (1'877 m) fahren möchten. Um keine Zeit für das
Anstehen bei der Seilbahn zu verplempeln, entscheiden wir uns die
ersten rund 700 hm zu Fuss anstatt mit der Seilbahn zurückzulegen –
was uns etwas mehr als eine Stunde Zeit kostet, aber an sich eine
schöne Route ist. Danach laufen wir alles flach dem Tal entlang und
steigen nach dem Glattalpsee (1'852 m) hinauf zum Pass Furggele (2'395
m). Der Aufstieg zum Pass ist durchaus etwas anspruchsvoll bzw.
mühsam, da der steile Weg zum Pass durch loses Geröll führt.
Danach sind es noch etwas mehr als 300 hm bis zum Gipfel – wobei der
Weg hier zwar etwas weniger steil ist, die Wegbeschaffenheit aber nach
wie vor vergleichbar mit dem vorhin zurückgelegten Aufstieg. Vom
Urnerboden steigen immer wieder einzelne Nebelfelder auf, weshalb sich
die Aussicht vom Gipfel immer etwas anders präsentiert. Hat etwas,
diese Stimmung. Im Anschluss machen wir uns an den langen Abstieg auf
die Glarner Seite. Von Furggele (2'395 m) führt der Weg steil – und
ebenfalls über viel losen Schutt – hinunter nach Lauchboden (2'010 m).
Über die exponierte, aber gesicherte Stelle ‘Bärentritt’ überwindet
man den Abstieg zur Brächalp (1'600 m). Danach geht es nochmals steil
einen Wald hinunter, bis wir schliesslich Braunwald (1'371 m)
erreichen. Dass sich der Abstieg in die Länge gezogen hat, merke ich
in den nächsten Tagen auch noch in meinen Beinen…