Die letzte Woche hat es an ein paar Tagen etwas wenig Neuschnee in den höheren Lagen gegeben. Da die Wettervorhersage für diesen Sonntag relativ gut ist, wählen wir eine Tour wo wir trotz Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln einigermassen den grossen Menschenströmen ausweichen können. Wir entscheiden uns deshalb für das Mändli – da wir eine etwas grössere Gruppe sind, ist diese Tour mit ihrem sanften Gelände und rund 1'000 hm Anstieg eine gute Wahl. Das Postauto verlassen wir bei der Haltestelle Abzweigung Brosmatt. Wir sind bereits knapp über der Nebelgrenze. Von hier aus touren wir unterhalb des Giswilerstocks entlang der Forststrasse in Richtung Hinter Brosmastt und schliesslich Fluonalp, wo wir unsere erste grössere Pause machen.
Nach der Pause touren wir weiter in Richtung Gipfel. Der Aufstieg verläuft über moderat ansteigende Hügel, bis wir am Schluss entlang der Rückenegg uns am Grat zum Gipfel hocharbeiten. Die letzten Meter entlang des Grats sind steil und die Platzverhältnisse eher eng, was einige Spitzkehren erfordert. Dies hat allerdings den Vorteil, dass wir nicht mitten im Steilhang zum Gipfel hoch touren. Einige Stellen kurz vor dem Gipfel sind stark abgeblasen und wir müssen stellenweise über Grasbüschel aufsteigen. Während wir auf dem Gipfel eine weitere Pause machen, löst sich das Nebelfeld auf und wir haben eine tolle Aussicht auf den Sarnersee und das Stanserhorn. Beim Abstieg fahren wir entlang der Aufstiegsroute, und ab der Stelle Hinter Brosmatt binden wir die Skier auf den Rucksack, um unnötiges ab- und anziehen der Skier zu vermeiden. Alles in allem eine sehr gelungene Tour.
Schwierigkeitsgrad (SAC)
WS
Skitourenguru (bei Mässig 2)
0.71 (effektiv 0.51) Effektiv etwas tiefer, da wir uns über den Grat
zum Gipfel hochgemogelt haben (konservative Routenwahl).
Schneeprobleme (Bulletin)
Triebschnee. Vereinzelt sind Lawinen auch in Altschnee auslösbar.
Vorsicht an wenig befahrenen, eher schneearmen Nord- und Osthängen,
sowie an Übergängen von wenig zu viel Schnee.
Gefahren (Literatur)
Unschwierige, sehr häufig begangene Tour. Waldstrasse von
Glaubenbielenstrasse nach Hinter Brosmatt wird im Winter nicht geräumt
(für uns kein Problem, da wir mit Postauto anreisen und davor
anfellen).
Schlüsselstellen
Anstieg Fluonalp bis Gütsch, bei geschickter Spurenwahl umgehen wir
den Hang östlich entlang der Forststrasse. Hang unterhalb Rückenegg
kurz vor dem Gipfel, bei geschickter Spurenwahl durchqueren wir den
Hang am oberen Ende. Tourenziel ist meist die Weidekuppe mit dem
gemauertem Gipfelkreuz. Abfahrt nach Sörenberg sollte nicht via
Nordhang und Heidenboden erfolgen, sondern via Lücke Chringe (nach wie
vor 38° auf 100 hm).
Dauer (erwartet)
4h 15 min (davon Aufstieg 3h 30 min)
Dauer (effektiv)
6h (davon Aufstieg 4h) - wir haben grosszügig Pausen gemacht (3x)
Wetter (prognostiziert)
Im Mittelland am Vormittag gebietsweise Nebel oder tiefer Hochnebel,
sonst meist sonnig. Gegen Abend aus Südwesten hohe Wolkenfelder, am
Alpenhauptkamm aus Süden zunehmend bewölkt. In den Niederungen
Temperatur am Morgen um -1, am Nachmittag um 5 Grad. In den
Alpentälern mit aufkommendem Föhn bis 9 Grad. In den Bergen mässiger
Südwestwind. Temperatur auf 2000 Metern von -3 gegen 0 Grad steigend.
Wetter (effektiv)
Nebelgrenze haben wir bereits bei der Fahrt im Postauto überwunden
(ca. 900 hm). Am Morgen grösstenteils klarer Himmel, nach dem Mittag
wenige Schleierwolken aufziehend. Temperatur wie erwartet. Föhnwind
nicht wirklich wahrnehmbar.
Schneeverhältnisse (erwartet)
Bei Start auf 1'000 hm wenig Schnee. Ab Fluonalp (1'500 hm) mehr
Schnee, evtl. etwas Pulver von mitte Woche. Insgesamt aber abgeblasen
und verfahren.
Schneeverhältnisse (effektiv)
Beim Startpunkt wie erwartet wenig Schnee. Auf der Strasse gewisse
Stellen, wo Skier getragen werden mussten. Alpweiden unterhalb
Fluonalp grösstenteils nicht mehr mit Schnee bedeckt. Wie erwartet ab
Fluonalp deutlich mehr Schnee - und ebenfalls wie erwartet ab Fluonalp
etwas Pulver von letzter Woche. Gelände wie erwartet stark verspurt
(insbesondere der Gipfelhang). Nur Kamm des Gipfels abgeblasen.
Was nicht gut lief
Nach der Fluonalp sind wir nicht mehr der offiziellen SAC-Route
gefolgt, sondern blind der vorhandenen Aufstiegsspur. Wir konnten dies
allerdings ohne das Eingehen zusätzlicher Risiken kompensieren und auf
den SAC-Aufstiegspfad zurückfinden (offenes, weitläufiges Gelände).
Bei der Abfahrt steile Einfahrt in den Gipfelhang - allenfalls hätte
auf geeignetere Stelle ausgewichen werden können. Gruppe vor uns
befahrt den Steilhang ca. mit 15 Leuten - sollte prinzipell nicht
gemacht werden.