Kurz vor 7 Uhr in der Früh verlassen wir unsere Zelte und setzen uns nochmals ans Lagerfeuer. Wir befinden uns nach wie vor auf der Alp Corte di Mezzo, welche um diese Uhrzeit noch im Schatten der umliegenden Steilhänge steht. Nach dem wir unseren ‘Älplerkaffee’ (Schweizer Pendent zum türkischen Kaffee…) über dem Feuer aufgekocht haben, räumen wir das Lager ab und laufen weiter in Richtung Passo di Ruscada. Vor dem Pass kommen wir an der Alp Corte di Cima vorbei, wo wir nochmals ein paar Tessiner Steinheuser des Patriziats bestaunen. Auf dem Pass machen wir eine kleine Pause und erhaschen den ersten Blick auf unsere beiden potentiellen Zielgipfel. Zum einen den Madón, und etwas weiter westlich davon der Pizzo di Vogorno. Welcher der beiden Gipfel es heute sein wird, entscheiden wir später. Wir laufen weiter nach Westen bis wir im Kessel der beiden Gipfel stehen. Die Entscheidung, welchen der beiden Gipfel wir erklimmen, fällt relativ rasch. Für den Pizzo di Vogorno müssten wir ein Schneefeld im Steilhang traversieren, während der Madón weitgehendst Schneefrei ist. Somit entscheiden wir uns für letzteren Gipfel. Ohne Rucksäcke machen wir uns an die letzten ca. 400 hm Gipfelanstieg. Den Südhang erklimmen wir weglos über steile Grashänge, und oben am Grat traversieren wir mit etwas Kraxelei dem Grat entlang östlich zum Gipfel hoch. Die Aussicht auf die Gipfel und steilen Flanken des Verzasca Tals ist eindrücklich. Nach einer kleine Pause machen wir uns an den Abstieg nach Vogorno. Vom Gipfel sind es ungefähr 2'000 hm, die wir nach unten marschieren – weshalb sich die Tour nochmals ziemlich in die Länge zieht. Nach der Siedlung Rienza wird der Weg für etwa eine Stunde nochmals ziemlich steil. Schliesslich erreichen wir gegen 17:10 Uhr Vogorno – und sind nach dieser langen Tour ziemlich erschöpft, aber auch erfüllt von vielen schönen Eindrücken des Verzasca Tals.